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Nach Sieg in Schlammschlacht: Vandals holen Klassenerhalt

Strömender Regen und ein aufgeweichtes Feld – Schlechter können die Ausgangsbedingungen für ein Footballspiel nicht sein. Dennoch freute sich der Cheftrainer der Vorpommern Vandals Rene Schulze auf die Partie, in der sein Team hätte absteigen können: „Das ist typisches Vandalenwetter.“ Letztlich war es Schulze selbst, der die Entscheidung in der Schlammschlacht im Wolgaster Peenestadion herbeiführte.

 

„Wir müssen von Beginn an hellwach sein und zeigen, dass wir heute alles geben werden“, motivierte das Urgestein der Vorpommern Footballer sein Team. Seine Mannschaft setzte die Worte seines Trainers perfekt um. Die Abwehr ließ im ersten Spielviertel keinen ersten Versuch der Erkner Razorbacks zu. Der Tabellenführer, welcher seinerseits um den Aufstieg kämpfte und dafür nicht verlieren durfte, hatte sichtlich Probleme mit dem schmierigen Untergrund. Immer wieder überwarf der Center seinen Passgeber, was zu massivem Raumverlust führte.

 

Besser machte es die Offensive der Vandals. Immer wieder erkämpften sie sich neue erste Versuche. Einzig die Punkte fehlten den Gastgebern. Das konnte auch Kicker Daniel Pohl nicht verändern. Alle vier Torschüsse verfehlten ihr Ziel. „Der Boden war so aufgeweicht. Ich bin immer wieder mit dem Standbein weggerutscht“, erklärt der Wolgaster. In der Verteidigung machte er es besser, setzte ein Dutzend Tacklings und brachte die Offensive der Brandenburger immer wieder in schwierige Feldpositionen.

 

Mit abschwächendem Regen besserte sich auch das Spiel beider Mannschaften. Mit zwei langen Pässen arbeiteten sich die Gäste über das Feld. Tief in der eigenen Hälfte schlug Maximilian Müller den Ball aus den Händen des Läufers, welcher von Jonathan Kruspel erobert wurde. Müller, ehemaliger Spieler der Razorbacks, spielte sein letztes Spiel im Vandalentrikot. „Die Brisanz der Partie hat mich noch einmal extra motiviert. Auf dem Feld kennt muss man alte Freundschaften ausblenden“, erklärt der Student der Kommunikationswissenschaft. Auch dank seiner Aktion endete die erste Halbzeit ohne Punkte.

 

Maximilian Müller aka "Erkner": "Die Brisanz der Partie hat mich noch einmal extra motiviert."
Maximilian Müller aka "Erkner": "Die Brisanz der Partie hat mich noch einmal extra motiviert."

Cheftrainer Rene Schulze zeigte sich zufrieden. „Wir sind hier auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer. Wir dürfen jetzt nicht locker lassen“, forderte der Coach. Seine Spieler gehorchten erneut. Zu Beginn der zweiten Halbzeit schlug die Verteidigung wieder einen Ball frei. Diesmal eroberte Tobias Eulberg den Ball und brachte die Vandals so in eine ausgezeichnete Feldposition. Trainer Schulze war nun auch im Angriff auf dem Feld um sein Team zu unterstützen. Mit seinem physischen Laufstil durchbrach er gleich bei seinem ersten Lauf die Verteidigung der Gäste und lief in die Endzone. Die Spieler lagen sich in den Armen, bejubelten ihren Trainer, doch dann die Ernüchterung. Die Schiedsrichter hatten ein illegales Festhalten gesehen und deshalb den Touchdown zurückgenommen. „Natürlich haben wir uns geärgert, aber die Situation hat gezeigt, dass wir gewinnen konnten“, so Müller, der mit seinen Verteidigerkollegen weiterhin eine perfekte Leistung zeigten. Bis spät ins vierte Viertel blieb es beim punktlosen Remis, welches beiden Mannschaften weitergeholfen hätte. Doch dann übernahm wieder Rene Schulze den Ball und trug den Ball über 70 Yards in die Endzone zum Touchdown. „Das war ein geiles Gefühl. Nach der Ballübergabe habe ich nur noch die Endzone vor mir gesehen, unsere Blocker haben eine großartige Leistung gezeigt“, so Matchwinner Schulze. Erkner warf anschließend noch einmal alles in die Waagschale, doch nun war es wieder Pohl, der das Spiel beendete. Den langen Pass des Quarterbacks fing Pohl quer in der Luft liegend ab.

 

 

 

Mit dem Sieg bleiben die Vandals auch im nächsten Jahr in der Oberliga. Nach dem Spiel bildete sich schnell eine Traube um Maximilian Müller. „Es waren intensive vier Jahr bei den Vandals mit vielen Höhen und Tiefen. Den Klassenerhalt gegen mein ehemaliges Team zu erreichen ist ein großartiges Erlebnis“, erklärt der sichtlich gerührte Berliner. „Mit Max verlieren wir einen Spieler, der immer mit Herzblut auf und neben dem Feld gehandelt hat“, so Schulze. So schwinge neben der Freude über den Klassenerhalt auch etwas Demut mit. Mit der Niederlage der Erkner Razorbacks steigen die Berlin Knights direkt in die Regionalliga auf, sportlich abgestiegen sind die Berlin Bullets.


Kontakt

 

Greifswald Vorpommern Vandals e. V.

c./o. Rene Schulze
Ringstraße 15
17509 Neu Boltenhagen

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